Einleitung

In diesem Artikel möchte ich eine Trainingsmethode vorstellen, die von mehreren Profi-Teams bereits in der Vorbereitung auf die Saison 2025 erfolgreich eingesetzt wurde, im Hobby- und Amateurbereich jedoch bisher kaum verbreitet ist.

Durch einen indirekten Draht zum Bora–Hansgrohe Team bin ich auf diesen Ansatz aufmerksam geworden und habe ihn in meiner eigenen Vorbereitung bereits erfolgreich integriert. Deshalb möchte ich euch diese „Cutting Edge“ Trainingsmethode nicht vorenthalten.

Wichtig ist jedoch eine klare Einordnung: Dieses Training richtet sich aus meiner Sicht in erster Linie an Cat-A- bzw. A+-Fahrer. Um diese Einheiten sinnvoll und vor allem sicher durchführen zu können, braucht es ein solides Leistungsniveau sowie mehrere Jahre Trainingshistorie. Die dabei auftretenden Drehmomente sind extrem hoch und müssen zunächst muskulär bewältigt werden können. Entsprechend besteht – wie bei allen sehr intensiven Trainingsformen – auch ein gewisses Verletzungsrisiko, insbesondere für Knie und Sehnenstrukturen.

Teil 4: Hitzetraining und Blockperiodisierung

Dieser Artikel baut auf den vorherigen Beitrag Mein Weg zu 5W/kg FTP als 45 Jahre alter Familienvater (Teil 3) auf, in dem ich die Grundlagen des Hitzetrainings (physiologische Effekte, praktische Umsetzung und mögliche Risiken) bereits beschrieben habe.

Im vorliegenden Teil möchte ich einen anderen Aspekt beleuchten: den Unterschied zwischen kontinuierlichem Hitzetraining über viele Monate und einer Blockperiodisierung von Hitzetrainingsreizen. Anhand meiner eigenen Trainingsdaten zeige ich, welche Leistungsverbesserungen sich dadurch bei mir ergeben haben und wie schnell sich diese Effekte einstellen können.

 

Hitzetraining: Benefits und Durchführung – ein Erfahrungsbericht

Durch meinen langen Trainingshintergrund und das zunehmende Alter ist es nicht gerade einfach, meinen Fitnesslevel zu steigern. Wo sind da noch Stellschrauben?

Wie bereits im zweiten Artikel dieser Serie erwähnt, brachte mir neben besserem Schlaf auch das Hitzetraining einen gewissen Leistungsvorteil.

 

Etwas Theorie:

Wenn sich der Körper erhitzt (das kann passiv z.B. Sauna/heißes Bad oder auch aktiv z.B. durch sportliche Aktivitäten in heißer Umgebung erfolgen), steigt natürlich auch die Hauttemperatur. Nun greift die Thermoregulation und der Körper sondert Schweiß ab um über die Verdunstungswärme, die Körperkerntemperatur zu senken/stabil zu halten. Dabei wird die Haut stark durchblutet – das funktioniert ähnlich des Prinzips eines Wärmetauschers.

Anfang letzten Jahres habe ich mich tatsächlich gefragt, ob es für mich nicht unrealistisch geworden ist, hohe sportliche Ziele zu verfolgen. Selbst mein Hausarzt meinte, dass ich mit 45 Jahren nicht mehr der Jüngste sei und langsam kürzertreten sollte!

Was aber, wenn ich das gar nicht will? Was, wenn die Leistungssteigerung, die ganze Vorbereitung und dann die guten Rennergebnisse für mich einfach dazugehören?

Im Alter hat jeder schnell viele Ausreden parat und auch ich habe mich schon dabei ertappt, Gründe zu finden, warum es einfach nicht mehr so rund läuft und ich oft krank werde.

Aber das ist der falsche Ansatz: Gründe, warum es nicht geht, sind schnell gefunden. Lösungen zu finden, wie es trotz aller Widrigkeiten doch geht, wird Inhalt der nächsten Artikel sein.

In dieser Artikelserie gibt Bernd Eichinger, ein leidenschaftlicher Rennradfahrer und Familienvater aus Österreich, Einblicke in seine Welt aus Training, Wettkampf und persönlichen Erfahrungen auf dem Rennrad. Zwischen harten Intervallen, taktischen Entscheidungen und Momenten des Triumphs erzählt er, was ihn antreibt, wie er sich vorbereitet und welche Lektionen er auf zwei Rädern gelernt hat und wie er diesen Aufwand mit dem Familienleben koordiniert.

Ich habe Zwillinge!

Jetzt aber erstmal langsam von vorne.

Wir schreiben  Dezember 2019. Ich entdeckte Zwift und den enormen Vorteil, trotz Kinder regelmäßig Sport machen zu können, ohne dabei stundenlang von zu Hause weg zu sein. Früher war ich ein großer Radsportfan und hatte dieses Hobby und die Affinität verdrängt und vergessen. Jetzt sollte sich alles ändern und ich meinem Lieblingssport wieder nacheifern können. Mit Zwift und dem regelmäßigen Fahren samt Suchtfaktor kam ich zur ZRG und damit früher oder später auch in den Rennbetrieb der ZRG-R. Meine Ausrüstung bestand aus einem Kickr Core, auf dem ich meinen alten Trekkingrahmen mit Rennradlenker gebaut hatte. 

Das letzte Rennrad wurde im Jahr 2021 angeschafft (ein 8,5 kg Aero-Bomber) und aus Lust und Langeweile heraus entstand im verregneten Dezember 2023 die Idee, sich als absoluter „Schrauberanfänger“ an einem Rennradaufbau zu versuchen. Kurzer Spoiler für alle, die sich vielleicht auch schon lange diesen Schritt überlegen: Macht das! Man sammelt unglaublich viele gute Erfahrungen und es ist verdammt befriedigend! 😊

Ist es möglich ein Rennrad so modular aufzubauen, dass man es mit wenig Zeitaufwand in ein TT Bike wandeln kann und dann wieder zurück? Jan Ole Kording vom Team WattFabrik sucht immer wieder neue Herausforderungen und bastelt gerne. Darüber hinaus hat er auch die Nerven, seinem Rad einfach mal mit der Spraydose zu Leibe zu rücken. Hier sein Bericht.

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